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X führt Video-Reaktionen für Beiträge ein – und entfernt sich weiter vom klassischen Kurznachrichtendienst

X führt Video-Reaktionen für Beiträge ein – und entfernt sich weiter vom klassischen Kurznachrichtendienst
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X erweitert seine Plattform um eine Funktion, die Nutzer von TikTok bereits seit Jahren kennen. Mit „React with Video“ können Beiträge künftig direkt per Video beantwortet werden. Die Reaktion erscheint dabei gemeinsam mit dem ursprünglichen Beitrag – entweder im Splitscreen oder als überlagerte Darstellung.

Zunächst steht die Funktion nur auf iOS-Geräten zur Verfügung. Laut Angaben des Unternehmens sollen Android und die Webversion folgen.

Mehr als nur eine weitere Videofunktion

Auf den ersten Blick wirkt die Neuerung wie eine klassische Übernahme eines erfolgreichen Formats. TikTok hat Video-Reaktionen bereits vor Jahren eingeführt und daraus einen festen Bestandteil der Plattform gemacht.

Interessanter ist jedoch die strategische Richtung dahinter. X baut seit Monaten Funktionen aus, die auf Creator, Videos und direkte Interaktion setzen. Gleichzeitig wurden andere Bereiche zurückgefahren oder eingestellt.

Erst kürzlich führte die Plattform neue Werkzeuge für personalisierte Timelines ein. Gleichzeitig verschwanden Funktionen wie Communities wieder aus dem Angebot. Auch kostenlose Nutzer müssen inzwischen stärkere Einschränkungen bei der täglichen Nutzung akzeptieren.

Der Wettbewerb hat sich verändert

Früher konkurrierte Twitter vor allem mit anderen sozialen Netzwerken, Foren und Blogs um Aufmerksamkeit. Heute orientieren sich viele Plattformen zunehmend an den Mechanismen von TikTok.

Video wird dabei immer häufiger zum bevorzugten Format. Reaktionen, Kommentare und Diskussionen sollen nicht mehr nur geschrieben, sondern aufgenommen werden. Für Plattformbetreiber hat das einen Vorteil: Videoinhalte sorgen oft für längere Verweildauern und mehr Interaktionen.

Die Einführung von Video-Reaktionen zeigt deshalb weniger eine neue Funktion als vielmehr eine Entwicklung, die sich bereits seit längerer Zeit abzeichnet. X möchte nicht länger nur Ort für kurze Textbeiträge sein, sondern stärker als Video- und Creator-Plattform wahrgenommen werden.

Was das für Nutzer bedeutet

Ob die Funktion tatsächlich angenommen wird, bleibt abzuwarten. Auf TikTok gehören Video-Reaktionen inzwischen zum Alltag. Auf X wird sich erst zeigen müssen, ob Nutzer Diskussionen ebenfalls verstärkt per Kamera statt per Tastatur führen möchten.

Für Beobachter der Plattform ist die Einführung dennoch ein weiteres Signal dafür, wohin sich X entwickelt. Die Grenzen zwischen klassischem Kurznachrichtendienst, Video-Plattform und Creator-Netzwerk werden zunehmend unscharf.

J

Über den Autor

Jens Könnig

Jens analysiert seit Jahren digitale Märkte, Preisbewegungen und Plattform-Strategien. Als Betreiber mehrerer datengetriebener Systeme wertet er täglich große Mengen an Produkt- und Trenddaten aus. Sein Fokus liegt auf Einordnung statt Hype: Was bedeutet eine Entwicklung wirklich für Nutzer, Preise und Märkte?

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