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Google baut Linktree direkt in die Suchergebnisse ein

Google baut Linktree direkt in die Suchergebnisse ein
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Google macht den nächsten Schritt, um die Suche stärker zur eigenen Plattform auszubauen. Mit neuen Creator-Profilen können ausgewählte Influencer, Medienmarken und Publisher künftig selbst festlegen, welche Inhalte direkt in ihren Suchergebnissen erscheinen.

Das neue Profil erscheint direkt auf der Google-Ergebnisseite und erinnert in vielen Punkten an bekannte Link-in-Bio-Dienste wie Linktree. Nutzer können dort ihre wichtigsten Links, Social-Media-Kanäle, Videos und weitere Inhalte präsentieren, ohne dass Besucher zunächst eine separate Profilseite aufrufen müssen.

Google wird zur persönlichen Visitenkarte

Die neuen Suchprofile bieten unter anderem Platz für eine Kurzbeschreibung, Links zu Webseiten, Verweise auf soziale Netzwerke sowie angeheftete Inhalte von Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok. Zusätzlich können aktuelle Beiträge aus verschiedenen Netzwerken in einer zentralen Übersicht dargestellt werden.

Google verfolgt damit einen klaren Trend: Statt nur Suchergebnisse auszuliefern, soll die Suche zunehmend selbst zum Ziel werden. Nutzer erhalten mehr Informationen direkt innerhalb der Suchergebnisse und müssen die Plattform seltener verlassen.

Vorerst nur für große Creator

Aktuell ist das Angebot auf größere Accounts beschränkt. Voraussetzung sind mindestens 100.000 Abonnenten bei YouTube oder 100.000 Follower auf Instagram oder X. Für TikTok liegt die Hürde sogar bei 300.000 Followern.

Damit richtet sich das Programm zunächst an etablierte Creator, bekannte Persönlichkeiten und größere Medienmarken. Google dürfte die Entwicklung jedoch genau beobachten. Sollte das Angebot erfolgreich sein, könnten die Zugangsvoraussetzungen künftig sinken.

Was bedeutet das für Linktree und ähnliche Dienste?

Die neue Funktion erinnert stark an klassische Link-in-Bio-Dienste. Wer bereits eine zentrale Profilseite nutzt, könnte künftig einen Teil dieser Aufgaben direkt über Google abbilden.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Das Google-Profil existiert ausschließlich innerhalb der Suchmaschine. Nutzer haben nur begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten und sind vollständig von den Vorgaben Googles abhängig.

Eigenständige Lösungen wie Linktree oder alternative Plattformen behalten weiterhin Vorteile bei Design, Funktionen, Statistiken und der Kontrolle über die eigenen Inhalte.

Der eigentliche Trend dahinter

Die spannendere Entwicklung liegt möglicherweise an anderer Stelle. Google stärkt damit erneut die Bedeutung von Personen, Marken und Organisationen als eigenständige Identitäten innerhalb der Suche.

Knowledge Panels, Autorenprofile, verifizierte Organisationen und E-E-A-T-Signale haben in den vergangenen Jahren bereits gezeigt, dass Google Marken immer besser verstehen und einordnen möchte. Die neuen Creator-Profile passen genau in diese Strategie.

Für Webseitenbetreiber wird es deshalb wichtiger, eine erkennbare Marke aufzubauen und nicht ausschließlich auf einzelne Suchtreffer zu setzen.

Eine Chance für spezialisierte Plattformen

Während Google den klassischen Link-in-Bio-Bereich angreift, entstehen gleichzeitig neue Chancen für spezialisierte Lösungen. Plattformen, die mehr bieten als eine reine Linksammlung, können sich weiterhin abgrenzen.

Ein Beispiel dafür ist Linkflux. Eine moderne Profilseite kann mehr sein als eine einfache Liste von Links. Entscheidend wird sein, welchen zusätzlichen Nutzen Nutzer erhalten, den Google innerhalb der Suchergebnisse nicht abbilden kann.

Dazu gehören etwa eigene Designs, Statistiken, Kampagnenlinks, Community-Funktionen, Downloads oder spezielle Inhalte, die unabhängig von einer einzelnen Plattform funktionieren. Je stärker Google zentrale Profilflächen in der Suche anbietet, desto wichtiger wird für externe Anbieter die klare Spezialisierung.

Die neue Google-Funktion ist deshalb nicht nur eine kleine Ergänzung für Creator. Sie zeigt, wohin sich die Suche entwickelt: weg vom neutralen Verzeichnis und hin zu kontrollierten Profilflächen direkt innerhalb der Google-Oberfläche.

J

Über den Autor

Jens Könnig

Jens analysiert seit Jahren digitale Märkte, Preisbewegungen und Plattform-Strategien. Als Betreiber mehrerer datengetriebener Systeme wertet er täglich große Mengen an Produkt- und Trenddaten aus. Sein Fokus liegt auf Einordnung statt Hype: Was bedeutet eine Entwicklung wirklich für Nutzer, Preise und Märkte?

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